Studie: Sabine Christiansen – Schaubühne für die Einflussreichen und Meinungsmacher

22 04 2009

LobbyControl untersuchte im Zeitraum 2005-2006, die Zusammensetzung der eingeladenen Gäste, sowie die Themenwahl der Politit-Talkshow „Sabine Christiansen“ und kommt dabei zu den Schlüssen, dass die Sendung „weite Bereiche der Gesellschaft aus [klammert]. Politik ist in der Talkshow primär Parteipolitik. Dabei wird zwar innerhalb der geladenen Politikerinnen und Politiker auf den Proporz geachtet, dies gilt aber nicht für die übrigen Gäste. Vertreter von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden sind bevorzugt, während Gewerkschaften oder Sozialverbände unterrepräsentiert sind. Andere Akteure wie Verbraucherorganisationen, Nichtregierungsorganisationen aller Art oder gar Bürgerinitiativen tauchen in der Runde der Talkshow nicht auf. (…) Im Zentrum stehen wirtschaftliche und sozialstaatliche Reformen, Parteipolitik, Innere Sicherheit und aktuelle Großereignisse und Katastrophen. Andere Themen und Perspektiven kommen zu kurz. (…) In den Sendungen über wirtschaftliche und sozialstaatliche Reformen überwiegen unternehmensnahe und marktliberale Positionen. Hier findet sich ein systematisch “verzerrter Pluralismus”: Es kommen zwar (innerhalb des beschränkten Gästespektrums) verschiedene Stimmen zu Wort, aber insgesamt haben die Sendungen eine deutliche Schlagseite zu neoliberal geprägten Positionen. (…) Die Priorität für neoliberale Positionen wird verborgen, indem ihre Vertreter neutral und sachlich als „Experten“ vorgestellt werden. Kritische Positionen werden demgegenüber vorsorglich ideologisch eingestuft. Der einzige Wissenschaftler mit einer dem Neoliberalismus gegenüber kritischen Position, der in den Reformsendungen zu Wort kommt, wird als „linker Ökonom“ vorgestellt. Die ideologische Verortung der anderen Ökonomen oder Verflechtungen der Gäste mit Kampagnen wie der INSM und des Konvents für Deutschland werden hingegen nicht offen gelegt.“

zitiert nach: http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/sabine-christiansen-schaubuhne-der-einflussreichen-und-meinungsmacher/

Die ganze Studie kann hier heruntergeladen werden.

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