Machtstruktur-Mapping 3: Die Metro Group

10 06 2009

Die Metro Gruppe ist derzeit in den Schlagzeilen, da sie sich als potentieller „Retter“ von Karstadt-Warenhäusern der insolventen Arcandor AG, anbietet (vgl. Spiegel). Mit Saturn und Media Markt sowie der Galeria Kaufhof und den Realmärkten ist die Metro Gruppe der größten deutsche Handelskonzern, mit einem Umsatz von 68 Milliarden Euro (vgl. Metro Group). Der Aufsichtsrat und der Vorstand von Metro sind dabei bestens vernetzt wie folgende Visualisierung einiger Verbindungen zeigen. Als Datenbasis wurden auf die Angaben der Konzernhomepage vom 7.6.2009 zurückgegriffen (vgl. Metro Group 2009 b). Die Auswahl beschränkt sich dabei auf lediglich 8 Mitglieder der Führungsetage und nur einige ihrer Positionen (nämlich die auf der Homepage angegebenen). Leider kann das Programm NNDB Mapper nicht die Beschriftungen der Verbindungslinien ausgeben. Sie symbolisieren jedoch in jeden Fall entweder eine Mitgliedschaft oder den Vorsitz im Aufsichtsrat, Vorstand oder Verwaltungsrat der jeweiligen Institution.

MetroEs zeigt sich demnach die enge Verwobenheit von Machtstrukturen und Machteliten durch zahlreiche Institutionen hindurch. Einerseits gibt es im Fall Metro enge Verbindungen in die Finanzwelt (Allianz, Uni Credit, Münchener Rück, Dresdner Bank, Fürst Fugger Bank,  Rothschild GmbH, Deutsche Bank,…) sowie zahlreichen Holding Gesellschaften. Anderseits reichen die Verbindungen aber auch in die Realwirtschaft (E.ON, BMW, Bertelsmann AG, Kühne + Nagel, Celesio,…). Dieses Netzwerk lässt sich beliebig weit ausdehnen. Es handelt sich wie bereits benannt nur um einige Akteure der Metro Gruppe. Es könnten nun ebenso die Führungsgremien der anderen Institutionen auf Verbindungen untersucht werden. Dieser Prozess kann bis ins Unendliche weiter verfolgt werden, ab einen gewissen Zeitpunkt sprengt die Komplexität jedoch die visuelle Aufnahmefähigkeit von Menschen, da sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

Quellen

Spiegel-Online (2009):  Metro-Chef wirft Arcandor Zögerlichkeit bei Karstadt-Rettung vor http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,628996,00.html

Metro Group (2009): In Zahlen http://www.metrogroup.de/servlet/PB/menu/1000084_l1/index.html

Metro Group (2009 b ): Die Organe der Metro AG http://www.metrogroup.de/servlet/PB/menu/1000085_l1/index.html





Anleitung: Machtstruktur-Mapping

9 06 2009

Jeder ist in der Lage mit dem NNDB Mapper eine Machtstruktur zu visualisieren!

1. Rufen sie hier das Programm auf

2. Klicken sie auf  „Create a map“

3. Klicken sie auf das Schließen-Symbol um das nächste Fenster zu schließen

4. Klicken sie auf „Add“

5. Kicken sie auf „New“

6. Geben sie einen Namen ein und wählen einen Symbol aus um die Eingabe anschließend auf  „Continue“ zu bestätigen

7. Wiederholen sie den Vorgang beliebig oft

8. Zur Verknüpfung von einzelnen Elementen  halten sie Shift gedrückt und klicken sie mit der linken Maustaste zunächst auf die beiden Elemente die sie verknüpfen wollen. Klicken sie anschließend, während sie Shift immer noch gedrückt halten, auf L.

9. Wenn sie die Verbindung bennenen wollen, klicken sie auf einen Akteur, anschließend erscheint ein roter Kreis auf der Verbindungslinie. Gehen sie mit dem Curser auf den Kreis und geben sie den gewünschten Titel ein.

Es ist demnach möglich nicht nur auf die Datenbank des NNDB Mappers zurückzugreifen, sondern eigene Elemente zu erstellen, zu benennen und zu verknüpfen. Diese Funktion ermöglicht demnach eine aktuelle Visualisierung jeglicher Machtstruktur. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil deutsche Akteure und Institutionen kaum in der Datenbank erfasst sind.





Machtstruktur-Mapping 2: Exxon Mobil

28 05 2009

Exxon Mobil ist einer der größten Energiekonzerne der Welt. Laut des Unternehmensberichtes 2007 betreibt Exxon Mobile weltweit 32000 Tankstellen und ist der weltweit größte Raffineriebetreiber, Hersteller von Grundölen zur Schmierstoffproduktion, sowie Versorger und Vermarkter der Marken Exxon und Esso. Exxon Mobil ist an 38 Raffinerien beteiligt, beliefert über das Heizölgeschäft ungefähr eine Million Kunden und ist an 630 Flughäfen und 800 Häfen  in 62 Ländern der Welt vertreten (vgl. Exxon Mobil 2007: 28). Das Unternehmen ist in 35 Ländern an Förder- und Produktionsstätten beteiligt und fördert weltweit in 25 Ländern Erdgas und Erdöl (vgl. Exxon Mobile 2007: 14). Exxon ist mit einem Martktwert von 335 Milliarden Dollar  der höchstbewertete Konzern der Welt und zugleich, mit einem Gewinn von 45 Milliarden Dollar, das profitabelste Unternehmen der Welt (vgl. Forbes 2009). Exxon beschäftigt dabei insgesamt über 80000 Mitarbeiter (vgl. Exxon Mobile 2009).

Gleichzeitig ist der Konzern einer der größen weltweiten Umweltverschmutzer. So verurteilte ein Richter den Konzern im Jahr 2001 wegen radioaktiver Verseuchung von Land dazu über eine Milliarde US-Dollar an einen Landbesitzer zu zahlen (vgl. Handelsblatt 2001). Des Weiteren steht der Konzern für seine massive Lobbyarbeit in Bezug auf Luftverschmutzung in der Kritik (Süddeutsche Zeitung 2006). Exxon machte zudem durch den Tankerunfall der ExxonValdez im Jahr 1989 Schlagzeilen und beteiligt sich zudem an der Fördeung von Erdöl vor der Küste Angolas, aus deren Einnahmen der angolische Staat seit Jahren den dort herrschenden Bürgerkrieg finanziert,  sowie dem Pipelinebau durch den Tschad und Kamerun, wobei der Tschad ebenfalls einen großen Teil der Einnahmen in den Waffenkauf investiert  (vgl. Werner/Weiss 2006: 302). Des Weiteren wird Exxon die Zerstörung zahlreicher Lebensräume in Afrika, Asien und Südamerika vorgeworfen, sowie die Kooperation mit zahlreichen Diktatoren, etwa General Suharto in Indonesien (vgl. Werner/Weiss 2006: 303).

Ausgehend von den Mitgliedern des Board of Directors und den Mitgliedern des Management, welche zusammen 20 Personen umfassen, sind im Folgenden die Verbindungen dieser Personen zu anderen Institutionen dargestellt. Bei diesen Verbindungen handelt es sich in der Regel um Mitgliedschaften in anderen Vorstandsgremien, sei es in anderen Konzernen, Stiftungem, Initiativen oder auch Universitäten. Die Verbindungen zu den politischen Akteuren stellt in der  Regel Wahlkampftspenden in Bezug auf Präsidentschafts- oder Senatswahlen dar.

Exxon Mobile

Eine höher auflösende Version kann hier heruntergeladen werden: Exxon Mobile. Zunächst sei erwähnt, dass es sich bei den Daten in der NNDB Datenbank nicht um die aktuellsten Daten handelt, was zur Folge hat dass dieser Auschnitt nicht die aktuelle Situation darstellt.

Quellen

Forbes Magazine(2009): The Global 2000.

http://www.forbes.com/lists/2009/18/global-09_The-Global-2000_Prof.html

Exxon Mobile (2007): Unternehmensbericht 2007.

http://www.exxonmobil.de/unternehmen/service/publikationen/bericht_aktuell/unternehmensbericht2007.pdf

Exxon Mobile (2009):  Our diverse workforce.

http://www.exxonmobil.com/Corporate/about_who_workforce.aspx

Handelsblatt (2001): Exxon Mobile – hohe Strafe für Umweltverschmutzung.

http://www.handelsblatt.com/archiv/exxon-mobil-hohe-strafe-fuer-umweltverschmutzung;423987

Süddeutsche Zeitung (2006): Kritik an Exxon – Sie nennen es Luftverschmutzung – wir leben.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/558/325423/text/

Werner, Klaus /Weiss, Hans: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die MAchenschaften der Weltkonzerne. Ullstein Verlag: Wien 2006.





Machtstruktur-Mapping 1: Das institutionelle Netzwerk der Bilderberg Gruppe

27 05 2009

Die Visualisierung sozialer Netzwerke ist dank einiger Internettools inzwischen eine verbreitete Methode Machtstrukturen sichtbar zu machen. In diesem Fall wurden insgesamt 69 Akteure, welche allesamt an Bilderberg-Konferenzen teilnahmen als Ausgangspunkt gewählt um zu erforschen, welches Ausmaß an Komplexität soziale Netzwerke von Machteliten haben. Als Internettool wurde hierfür der NNDB Mapper gewählt, welcher in seiner Datenbank zahlreiche Profile von Machteliten sowie deren institutionelle Positionen bereit stellt.

Bilderberg_map_interlocks1

Eine hochauflösende Version kann hier herunter geladen werden: Bilderberg-Netzwerk.pdf. Wie sich zeigt handelt es sich bei sozialen Netzwerken von Machteliten oft um überkomplexe soziale Netzwerke. Die Grundlage für das dargestellte Netzwerk sind lediglich die Verbindungen der 69 Akteure zu sozialen Institutionen (Konzernen, Regierungen, Stiftungen, Unsiversitäten, Initiativen und so weiter). Die Verbindungen zu anderen Personen sind demnach nicht erfasst. Des Weiteren, fehlen in der NNDP Datenbank zahlreiche Positionen, was demnach eine zweite Komplexitätsreduktion mit sich bringt. Es handelt sich demnach um ein stark verkürztes Netzwerk, welches lediglich einige direkten Verbindungen der Akteure darstellt. Auch auf dieser Ebene wurde die Komplexität also eingegrenzt, da eine vollständige Visualisierung aller direkten und indirekten Verbindungen der Akteure schlichtweg nicht mehr darstelltbar wäre. Es zeigt sich demnach wie begrenzt die Möglichkeiten einer realistischen Visualisierung sind. Erstens gibt es bisher keine systematische Datenbank von Machteliten und Institutionen, welche nicht große Lücken aufweist (der NNDB Mapper und they rule sind hier sicherlich die am fortgeschrittesten Datenbanken). Zweitens erzwingt die anzutreffende Komplexität eine Begrenzung, da der Betrachter ansonsten „den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht“. Ein übersichtlicheres Netzwerk einiger Teilnehmer an der Bilderberg-Konferenz 2009 wurde von Blog Politeia veröffentlicht und kann hier einsehen werden.