Lehman-Pleite? War da was?

11 09 2009

„Ein Jahr nach dem dramatischen Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers herrscht in vielen Banken schon fast wieder „Business as usual“. „Finanzmärkte lernen nur kurzfristig“, weiß Wirtschaftsprofessor Wolfgang Gehrke. „Im nächsten Boom ist wieder alles vergessen.“ Und auch Börsenhändler und Krisen-Buchautor Dirk Müller hat beobachtet, dass „man so weiter macht wie bisher“. (…) Selbst die Top-Banker räumen ein, dass in der Branche kaum Konsequenzen aus dem Lehman-Trauma gezogen worden seien. Die Krise sei vielleicht zu kurz gewesen, um fundamentale Änderungen zu erreichen, meinte selbstkritisch Commerzbank-Chef Martin Blessing vor zwei Wochen auf einer Finanzstandort-Konferenz. Und Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, erzählte auf der jüngsten „Handelsblatt“-Tagung „Banken im Umbruch“ von „Bankenvertretern, die so tun, als ob die Banken noch nichts dazugelernt haben“. Tatsächlich scheinen die Banker wieder in alte Denkmuster zu verfallen und auf kurzfristige Rendite zu setzen. Viele Geldinstitute haben die Risiken hochgefahren, scheffeln erneut kräftige Gewinne und bieten hohe Gehälter an – als wäre vorher nichts geschehen. Ironie der Geschichte: die Banken profitieren von der Krise, die sie mit verursacht haben. (…) Die Lehman-Pleite und ihre Folgen haben das Vertrauen in die Banken erschüttert. Banker werden schon als „Bangster“ verhöhnt. Früher, weiß Andreas Treichl, Chef der Ersten Bank aus Österreich, sei Banker einer der angesehensten Berufe gewesen – heute liege der Ruf auf dem Niveau von Politikern. Deshalb forderte HSBC-Verwaltungsratschef Stephen Green in Frankfurt „eine neue Wertvorstellung“ der Banken. “ Sprich: eine neue Moral. „Moralisches Handeln in unserer Branche ist nicht nur möglich, sondern notwendig“, forderte Goldman-Sachs-Direktor Alexander Dibelius. Denn die nächste Krisenwelle kommt bestimmt. Zwar meinte Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein auf der Banken-Konferenz in Frankfurt, „das Schlimmste in dieser Krise ist überstanden“. Doch die Krise könnte in den nächsten Monaten an anderer Stelle zuschlagen: im Kreditgeschäft. Viele Unternehmen und Privatleute werden bald ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Deutschen Geldinstituten drohen Ausfälle von 120 Milliarden Euro bis 2011, prophezeien Experten.“

zitiert nach: http://www.boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_379552

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US-Pleitewelle – Banken brechen wieder zusammen

23 08 2009

„Die Wirtschaftskrise hat in den USA die nächsten vier Geldhäuser in die Pleite getrieben. Unter anderem schlossen die Aufsichtsbehörden jetzt die in Texas ansässige Guaranty Bank und verkauften deren Vermögenswerte an die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria. Die Guaranty-Pleite lastet mit weiteren rund drei Milliarden Dollar auf der Einlagensicherung FDIC. Damit hat die Zahl der Bankenzusammenbrüche in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr drastisch zugenommen. Guaranty war bereits das 81. US-Finanzinstitut, das in diesem Jahr unter der Last der Wirtschaftskrise kollabierte. 2008 waren in den USA 25 Banken gescheitert, 2007 waren es nur drei. Auch in Europa droht der Finanzbranche nach Einschätzung der Unternehmensberatung Bain & Company weiteres Ungemach: Trotz sich verbessernder Konjunkturdaten müssten die europäischen Banken mit weiteren Abschreibungen rechnen, die noch einmal so hoch ausfallen könnten wie die bisher erfolgten.“

zitiert nach: http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,644428,00.html





Bankenkrise? Auch J.P. Morgan meldet Milliardengewinn

16 07 2009

„Der amerikanische Finanzkonzern J.P. Morgan Chase bleibt in den schwarzen Zahlen. Unter dem Strich steigerte die Großbank den Gewinn im zweiten Quartal überraschend stark um 36 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro). das teilte die Bank am Donnerstag in New York mitteilte. Das traditionelle Wall-Street-Geschäft boomt bei J.P. Morgan, während Hypotheken und Kreditkarten weniger gefragt sind. Im Investmentbereich konnte das Finanzinstitut bei den Einnahmen um ein Drittel zulegen, der Gewinn wurde gar verdreifacht.Das Geschäft des Konzerns lief damit nochmals weit besser als von Fachleuten bereits erwartet. Auch die Investmentbank Goldman Sachs hatte zuvor die Prognosen mit einem Rekordgewinn übertroffen.“

zitiert nach:

http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~ED43DB6596B9C4F549545E8B1558BF380~ATpl~Ecommon~Scontent.html





Finanzkrise – Als wäre nichts gewesen

11 07 2009

„Keine zehn Monate ist es her, da erregten Banker noch Mitleid. In den USA gewährten Kneipen gefeuerten Mitarbeitern des Pleiteinstituts Lehman Brothers Rabatt aufs Bier, Karrieretrainer räumten Nachlässe bei der Bewerbung für einen neuen Job ein. In Deutschland sorgten sich Gewerkschaft und Öffentlichkeit um Zehntausende Arbeitsplätze in der Branche. Vor allem aber litten Inhaber von Finanzaktien mit den Bankern; Anleger verloren mitunter einen Großteil ihres Vermögens. Das Bild hat sich gewandelt. Inzwischen sprudeln die Gewinne bei vielen Geldhäusern wieder, Boni werden fließen, und zum Teil entdecken die Banken sogar erneut die alten, verhängnisvollen Geschäftsmodelle. Ausgerechnet Politik und Währungshüter machen es möglich mit geänderten Bilanzgesetzen, niedrigen Zinsen und Bad Banks. Von der eigentlich geplanten strengeren Regulierung ist dagegen noch nicht viel zu sehen.“

zitiert nach: http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,635186,00.html





Regierung droht Banken in Deutschland

6 07 2009

„Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) erwägt weitergehende Maßnahmen, sollte die Wirtschaft trotz der sogenannten Bad Banks und günstigen Refinanzierungsbedingungen für Banken nicht ausreichend mit Krediten versorgt werden. „Wenn es im zweiten Halbjahr zu einer echten Kreditklemme kommen sollte, wird sich die Bundesregierung mit der Bundesbank zusammensetzen und nach Lösungen suchen müssen“, sagte Steinbrück der „Bild am Sonntag“. „Dabei müsste man dann über Maßnahmen nachdenken, die es noch nicht gegeben hat“, sagte der SPD-Politiker. Auf die Frage, ob er dabei an die Einführung von Zwangskrediten denke, antwortete er: „Ich will darüber jetzt nicht spekulieren. Aber wir werden alle Anstrengungen unternehmen müssen, die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten sicherzustellen.“ Bundesbank-Chef Axel Weber hatte kürzlich Direktkredite seines Instituts an Firmen ins Gespräch gebracht. Scharf Kritik übte Steinbrück an der Kreditvergabepraxis der Banken. Diese bekämen derzeit von der Bundesbank sehr viel Geld für den extrem niedrigen Zinssatz von einem Prozent. „Doch die Banken stecken das Geld derzeit viel lieber in den Handel mit Devisen, Rentenpapieren und Aktien statt es als Kredite weiterzugeben.“ Der Bundestag hatte am Freitag den Weg freigemacht für Bad Banks, in die die Banken Problempapiere und ganze Geschäftsbereiche auslagern können. Dadurch soll in der Rezession Spielraum für dringend benötigte Kredite entstehen. Vize-Kanzler Steinmeier (SPD) warf „einigen Managern“ an der Spitze der Banken „Geschäfte mit der Krise“ vor. Im „Tagesspiegel am Sonntag“ drohte er: „Wenn wir in einigen Wochen sehen, dass die Banken noch immer nicht bereit sind, ihre Aufgabe als Dienstleister der Wirtschaft zu erfüllen, dann müssen wir über weitere Schritte nachdenken.“ Trotz massiver staatlicher Hilfe müsse er feststellen, dass viele Unternehmen bei den Banken abgewimmelt würden oder Kredite nur zu unverschämten Zinssätzen bekämen.“

zitiert nach:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,634319,00.html





Banken – Gewinneinbruch um 85 Prozent

24 06 2009

„Die Banken der Welt haben im vergangenen Jahr laut einer Analyse 85 Prozent weniger Gewinn gemacht. Rang eins auf der Liste der finanzstärksten Banken belegte die US-Bank JPMorgan Chase vor der Bank of America und der britischen HSBC. Die Deutsche Bank schafft es nur auf Platz 19. Wie aus dem jährlichen Top 1000 World Bank Ranking des britischen Magazins „The Banker“ weiter hervorgeht, schrumpften die Profite umgerechnet von 550 Milliarden im Jahr 2007 auf 80 Milliarden Euro. Spitzenreiter JPMorgan Chase Chart zeigen hatte erst kürzlich von der US-Regierung grünes Licht bekommen, erhaltene Staatshilfen von 25 Milliarden Dollar zurückzuzahlen. Bei der ebenfalls mit Staatsmilliarden gestützten Bank of America Chart zeigen sah das anders aus. Sie wurde nach dem Stresstest der US-Banken von der Regierung verpflichtet, knapp 34 Milliarden neues Kapital aufzutreiben. Erst kürzlich verkaufte sie daher eine Beteiligung an der China Construction Bank Chart zeigen und gab neue Anteilscheine im Wert von 13,5 Milliarden Dollar aus. Die drittplazierte HSBC Chart zeigen hatte im ersten Quartal ebenfalls Gewinne geschrieben, allerdings nur dank einer Neubewertung ihrer Schulden. Die Royal Bank of Scotland (RBS) Chart zeigen, im Vorjahr noch Spitzenreiter und mittlerweile verstaatlicht, rutschte auf Platz sieben ab und hatte mit umgerechnet 40 Milliarden Euro im vergangenen Jahr die meisten Verluste einer Bank eingefahren. Diese Top Ten der Verluste schließen drei deutsche Banken ab. Dabei liegt die Deutsche Bank Chart zeigen vor der Hypo Real Estate Chart zeigen und der Bayerischen Landesbank. Jedes Bankinstitut verbuchte einen Verlust von 5,6 bis 5,1 Milliarden Euro.“

zitiert nach: http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,632380,00.html





Staatsanleihen – Amerika bleibt ein erstklassiger Schuldner

22 06 2009

„Schadenfreude wäre der amerikanischen Regierung sicher gewesen: In den vergangenen Wochen wurde heftig spekuliert, die Rating-Agentur Standard & Poor’s könnte den Staatsanleihen der USA die Bestnote „AAA“ entziehen. Als Folge davon fielen die Kurse der Papiere, ihre Renditen stiegen stark. Auslöser war die Ankündigung von Standard & Poor’s, das „AAA“-Rating Großbritanniens sei in Gefahr. Dann kam Entwarnung: „Trotz einer signifikanten Abschwächung der kurzfristigen Wirtschaftsperspektiven, erwarteter Haushaltsdefizite und den hohen Kosten der staatlichen Unterstützung für den US-Finanzsektor bleiben wir der Meinung, dass die Stärken die Schwächen ausgleichen“, erklärte die Rating-Agentur am vergangenen Mittwoch. Amerika behält seine Note „sehr gut“. Alles andere hätte das mächtigste Land der Welt wohl auch nicht hingenommen. In den vergangenen Wochen ist es normal geworden, dass der Staat sich in wirtschaftliche Abläufe einmischt. Das wahrscheinlich gravierendste Beispiel war der Druck, den die US-Regierung im vergangenen Herbst auf Ken Lewis ausübte, den Chef der Bank of America. Er wurde dazu gedrängt, die angestrebte Übernahme von Merrill Lynch durchzuziehen, obwohl nach und nach immer klarer wurde, wie riskant die Transaktion war. Derzeit untersucht der Kongress, welchen Anteil Notenbankchef Ben Bernanke und der damalige Finanzminister Henry Paulson an dem Manöver tragen. Es wäre jedoch erstaunlich, wenn die Untersuchung zu dem Ergebnis käme, die amerikanische Regierung habe sich etwas zuschulden kommen lassen. Schließlich lässt sich ihr Handeln sehr gut mit nationalen Interessen rechtfertigen. Ohne die Übernahme wäre Merrill Lynch wohl in die Insolvenz gegangen. Eine zweite Bankenpleite zusätzlich zum Lehman-Bankrott hätte das Finanzsystem nicht verkraftet. Auch das Top-Rating der USA ist in nationalem Interesse. Nur wer das höchste Rating besitzt, zahlt die niedrigsten Zinsen. Alle anderen müssen einen Risikozuschlag entrichten. Selbst wenn er nur wenige Basispunkte beträgt: Wer eine Nettoneuverschuldung stemmt, wie die USA es tun, muss für diesen Zuschlag einiges berappen.“

zitiert nach:

http://www.zeit.de/online/2009/26/boers-o-meter-us-staatsanleihen?page=2