Lobbyismus – Fischer berät nun auch Siemens

23 10 2009

„Nach dem Pipeline-Projekt Nabucco und dem Autobauer BMW hat nun auch Siemens den früheren Außenminister Joschka Fischer als Berater verpflichtet. Siemens teilte mit, Fischer sei zusammen mit der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright als Berater in außenpolitischen und unternehmensstrategischen Fragen gewonnen worden. Eine entsprechende Vereinbarung sei Mitte Oktober in Berlin abgeschlossen worden. Zur Bezahlung machte Siemens keine Angaben. Das „einzigartige Erfahrungsprofil und Netzwerk“ beider Persönlichkeiten flankiere „die strategische Positionierung des Unternehmens als global führender Antwortgeber und Lösungsanbieter für die Herausforderungen der Megatrends Globalisierung, Urbanisierung, Klimawandel und demografischer Wandel“, hieß es. Die Beratung beziehe sich auf die damit zusammenhängenden Fragen.“

zitiert nach: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/siemens246.html





Joschka Fischer – Vom Steinewerfer zum Schoßhund des Kapitalismus ?

11 07 2009

„1101 New York Avenue gilt in Washington als Vorzeigeadresse. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young residieren hier, die Edel-Anwaltskanzlei Dewey & LeBoeuf hat hier ihr Büro und der US- Ableger der Bertelsmann-Stiftung. Die Büros des nagelneuen Glaskastens bieten Panoramablick, eine Dachterrasse lockt zum Umtrunk mit wichtigen Kunden. „Bobby Van’s Grill“, ein Spesenritter-Treffpunkt, liegt direkt gegenüber. Immer häufiger nimmt ein prominenter deutscher Besucher den Aufzug in den neunten Stock des Gebäudes – zu den Büroräumen der Albright Group LLC, einer Beratungsfirma, die Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright 2001 nach ihrem Ausscheiden aus der Clinton-Regierung gegründet hat. Der Gast ist selber Ex-Außenminister: Joschka Fischer. Seit dem Kosovo-Krieg 1999 verbindet Albright und Fischer eine enge persönliche Beziehung. Fischer huldigte der mächtigen Amerikanerin. „Madeleine, Du bist die letzte verbleibende Supermacht“, flötete er. Die gelernte Professorin war ihrerseits begeistert von der schillernden Vita des Studienabbrechers und Ex-Steinewerfers. Eine der Telefonschalten mit Fischer während des Krieges begann Albright mit dem Hinweis, sie habe gerade „den Artikel über Dich im New York Times Magazine“ gesehen. Die Außenminister von Italien, Frankreich und Großbritannien mussten dem Turteln stumm zuhören. Jetzt werden die beiden Diplomaten-Freunde Geschäftspartner. Die Albright Group gab bekannt, dass Fischer bei ihr einsteigt. Von deren Website lächelt er bereits, neben einer Kurzbiographie, die seine Unterstützung für den deutschen Militäreinsatz im Kosovo hervorhebt und Fischer als einen der einflussreichsten deutschen Grünen preist. Klangvoller neuer Jobtitel: „Senior Strategic Counsel“. (…) Genau wie sein Kanzler Gerhard Schröder hat sich auch Fischer gleich nach dem Machtverlust ans Geldverdienen gemacht – nur ging er dabei diskreter zu Werke. Statt in die Dienste des russischen Energieriesen Gazprom zu treten, gründete der Grüne die Joschka Fischer Consulting, die vom Souterrain seines Hauses aus die Auftritte des Ex-Ministers managt. Mal redet Fischer heute auf einem Kongress in Dubai, mal vor baden-württembergischen Sparkassenkunden. Dafür gibt es meist ein stattliches Honorar. Dazu kommen Einnahmen aus seiner Tätigkeit als Autor. Seine Memoiren der rot-grünen Regierungszeit schreibt er in zwei Bänden, da klingelt die Kasse doppelt. Für das internationale „Project Syndicate“ verfasst er eine monatliche Kolumne, die rund um die Welt in Zeitungen gedruckt wird. Dass Fischer mehr verdienen dürfte als zu Ministerzeiten, ist mit bloßem Auge zu erkennen. Seine elegante Villa in Berlin-Grunewald würde als Residenz jedem kleineren europäischen Staat zur Ehre gereichen. Seinen 60. Geburtstag feierte Fischer standesgemäß mit 120 Gästen in einem trendig-teuren Berliner Restaurant. Über Geld sprechen mag der Grüne aber nicht. Als er 2006 sein Abgeordnetenmandat abgab, sagte er, er tausche „Macht gegen Freiheit“. Rechenschaft über Finanzen, pflegt Fischer zu scherzen, sei er nur noch seinem Steuerberater schuldig. Und so schweigt er auch zu seinem jüngsten Engagement. Kein Kommentar, keine Erklärung. Fragen Sie doch die Albright Group, so Fischers Botschaft.“

zitiert nach: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,580872,00.html





Fischer wird Lobbyist für Nabucco-Pipeline

6 07 2009

„Der frührere Bundesaußenminister Joschka Fischer treibt künftig als politischer Berater den Bau der geplanten Nabucco-Gaspipeline voran. Der Grünen-Politiker habe mit den Energieversorgern RWE und OMV einen Vertrag abgeschlossen, teilte RWE in Essen mit. „Fischer wird seine langjährige außen- und energiepolitische Erfahrung dafür einsetzen, die politische Unterstützung für das Projekt zu vertiefen und entsprechende Initiativen zu koordinieren“, hieß es in der Erklärung. Fischers Hauptaugenmerk soll den Angaben zufolge auf der Kontaktpflege und dem Dialog mit der politischen Führungsebene der beteiligten Länder liegen. Der Vertrag sei zunächst bis Ende 2010 befristet. Laut einem unbestätigten Bericht des „Manager Magazins“ soll Fischer für seine Lobbyarbeit eine sechsstellige Summe erhalten. Das Nabucco-Projekt sieht die Versorgung Europas mit Erdgas über eine rund 3300 Kilometer lange Leitung vom Kaspischen Meer unter anderem durch die Türkei, Rumänien und Bulgarien vor. Die Pipeline endet in Österreich. Das Vorhaben ist politisch brisant, weil es Europa vom russischen Gas unabhängiger machen soll.“

zitiert nach: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/fischer112.html